Schirmfrau: Gabriele Arnold

Prälatin Gabriele Arnold ist Schirmfrau des CSD Stuttgart 2017

Prälatin Gabriele Arnold ist Schirmfrau des CSD Stuttgart 2017

Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, übernimmt die Schirmherrschaft zum Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart.

"Es ist mir eine große Ehre, die Schirmfrau des diesjährigen CSD Stuttgart sein zu dürfen. Ich empfinde das als besondere Auszeichnung", erklärt Gabriele Arnold. Angesprochen auf die Gründe für die Übernahme betont die Prälatin: "Auch in der Kirche wurden Lesben, Schwule und Menschen mit geschlechtlicher Thematik ausgeschlossen oder verachtet. Viele lesbische Christinnen und schwule Christen mussten sich verstecken oder ihre Sexualität verleugnen. Nicht wenige haben deshalb die Kirche verlassen. Das tut mir sehr leid. Aber es tut sich etwas. Für den PERSPEKTIV-WECHSEL und den Geist der Freiheit, gegen Vorurteile und Verschweigen, Weggucken und Doppelmoral. Dafür fanden und finden sich viele Unterstützerinnen und Unterstützer in vielen Teilen der Gesellschaft und damit auch der Kirche."

Diesjährige Schirmherrschaft zum CSD wird Zeichen setzen

Plakatmotiv zum CSD Stuttgart 2017 unter dem Motto PERSPEKTIV-WECHSELMit der Schirmherrschaft der Regionalbischöfin Arnold just im 500. Jahr der Reformation ergibt sich, gerade in Verbindung mit dem Motto PERSPEKTIV-WECHSEL, ein rundes Bild: Gabriele Arnold im Amt der Schirmfrau des CSD Stuttgart verleiht unserer Einladung zum Dialog, die wir mit dem 2017er Leitthema aussprechen, einen ganz besonderen Nachdruck. Ja, die Beziehung zwischen der Regenbogen-Community und der Kirche war, geschweige denn ist, nicht immer einfach. Annäherung und Entspannung kann nur ein offener, ein ehrlicher Diskurs bringen. Dieser, für viele Menschen immer noch ungewohnte Blickwinkel erfordert Sensibilität von allen Beteiligten. Die diesjährige Schirmherrschaft kann und wird dazu ein gewichtiges Zeichen setzen.

Und auch Schirmfrau Arnold unterstreicht: "Wir werden den PERSPEKTIV-WECHSEL einüben. Miteinander werden wir überlegen: Wie kann es gelingen, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen miteinander statt übereinander reden? Wie können wir lernen, den anderen oder die andere mit ihren eigenen Erfahrungen ernst zu nehmen und wert zu schätzen? Wie schaffen wir ein Klima der Akzeptanz und nicht der Intoleranz? Ich bin froh, dass der CSD hier seinen Beitrag leistet. Und deswegen freue ich mich, dass ich als Frau der Kirche in diesem Jahr die Patin des CSD Stuttgart sein darf", so Gabriele Arnold.

Schirmfrau spricht bei Sommerfest, Rathausempfang und Gala

CSD-Geschäftsführer Christoph Michl ist tief beeindruckt von der Courage der Prälatin: "Wir danken Gabriele Arnold für ihren Mut, das Amt als Schirmfrau zum diesjährigen CSD Stuttgart zu übernehmen." Er ergänzt: "Wir zollen ihr größten Respekt für diesen Schritt und freuen uns, dass sie ganz aktiv und den Menschen zugewandt das Gespräch auch bei unbequemen Themen sucht. Eine wunderbare Ausgangslage für die nächsten Wochen voller Gelegenheiten zum gemeinsamen PERSPEKTIV-WECHSEL."

Als Schirmfrau des CSD Stuttgart 2017 wird Gabriele Arnold verschiedene Veranstaltungen im Rahmen des Kulturfestivals persönlich besuchen. Ihren ersten Auftritt im neuen Ehrenamt hat sie beim CSD-Sommerfest auf dem Berger Festplatz. Im dortigen Zelt im Unteren Schlossgarten wurde die Schirmfrau am Sonntag, 11. Juni, offiziell vorgestellt. Im Stuttgarter Rathaus sprach sie am Freitag, 14. Juli, anlässlich des CSD-Empfangs zum Start der Kulturtage des Festivals ein persönliches Grußwort. Bei der CSD-Eröffnungsgala am Freitag, 21. Juli, wird Prälatin Arnold auf der Bühne des Friedrichsbau Varieté die heiße Phase des CSD 2017 feierlich eröffnen.

Grußwort

Als Schirmfrau des CSD Stuttgart 2017 hat Gabriele Arnold ein schriftliches Grußwort, unter anderem für das Programmheft, beigesteuert.

Über das Amt

Die Schirmherrschaft zum Christopher Street Day (CSD)-Festival in Stuttgart wird jährlich im Rotationsprinzip an eine andere politische Partei vergeben. Ausnahmen bilden Jahre – wie beispielsweise 2017 –, in welchen in direktem zeitlichem Umfeld eine Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl ansteht. Dann werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens um Übernahme des Amts gebeten.

Ziel ist ein offener Diskurs rund um die Akzeptanz und die rechtliche Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen. Verschiedene Formen der Präsenz sowie der direkte Kontakt bei CSD-Veranstaltungen und Aktionen, soll Aufmerksamkeit schaffen und Brücken innerhalb der Gesellschaft bauen. Im Fokus steht der gemeinsame Austausch über ein gleichberechtigtes Zusammenleben und die selbstverständliche Sichtbarkeit von Vielfalt.

Über Gabriele Arnold und die Prälatur Stuttgart

Gabriele Arnold, Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in WürttembergGabriele Arnold ist 1961 in Stuttgart geboren. Sie hat in Tübingen, Mainz und Berlin evangelische Theologie studiert und in Laichingen (Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen) und Berlin ihr Ausbildungsvikariat gemacht.

Nach Pfarrstellen in Hengstfeld (Kirchenbezirk Blaufelden) und Stuttgart war sie seit 2009 geschäftsführende Pfarrerin in Bad Mergentheim (Kirchenbezirk Weikersheim). Gabriele Arnold engagierte sich auch über ihre Kirchengemeinde hinaus. Sie ist seit 2007 Vorsitzende der Evangelischen Mütterkurheime. Außerdem gehört sie dem Präsidium der Evangelischen Frauen in Württemberg (efw) an.

Arnold ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei eigene Söhne.

Die Landeskirche ist in vier Prälaturen, auch Sprengel genannt, unterteilt: Heilbronn, Reutlingen, Stuttgart und Ulm. Ein Sprengel, vergleichbar mit einem Regierungsbezirk, wird von einer Prälatin oder einem Prälaten geleitet. Seit Ende 2016 ist Gabriele Arnold die Prälatin für Stuttgart. Sie fungiert als Regionalbischöfin und Stellvertretende des Landesbischofs in der Prälatur.

Stuttgart ist der Fläche nach unter den Prälaturen der Landeskirche die kleinste. An der Zahl der evangelischen Christinnen und Christen gemessen, die dort wohnen, ist sie mit mehr als 550.000 jedoch die größte. Auf der Gänsheide in Halbhöhenlage unter dem Fernsehturm haben zudem Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und der Evangelische Oberkirchenrat ihren Sitz.

www.elk-wue.de

Gabriele Arnold beim CSD-Sommerfest

Am 11. Juni beim CSD-Sommerfest wurde Gabriele Arnold als diesjährige Schirmfrau des CSD Stuttgart offiziell vorgestellt. Sie sprach dabei über ihre Motivation, das wichtige Ehrenamt zu übernehmen. 

Bisherige Schirmfrauen und Schirmherren

Bereits in der Vergangenheit übernahmen honorige Personen aus Politik, Wirtschaft sowie Sport die Schirmherrschaft zum CSD Stuttgart:

  • Heiner Geißler (CDU, 2000)
  • Ute Kumpf, damalige parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion (SPD, 2001)
  • Rezzo Schlauch (Bündnis 90/Die Grünen, 2002)
  • Corinna Werwigk-Hertneck, damalige baden-württembergische Justizministerin (FDP, 2003)
  • Hans H. Pfeifer, damaliger City Manager der CIS Stuttgart e.V. (2004)
  • Andreas Renner, damaliger baden-württembergischer Sozialminister (CDU, 2005)
  • Herta Däubler-Gmelin, Bundesjustizministerin a.D. (SPD, 2006)
  • Cem Özdemir, damaliger Europaabgeordneter (Grünen/Freie Europäische Allianz, 2007)
  • Gabriele Zimmer, damalige Europaabgeordnete (DIE.LINKE im Europäischen Parlament, 2008)
  • Erwin Staudt, damaliger Präsident des VfB Stuttgart e.V. (2009)
  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, damalige Bundesjustizministerin (FDP, 2010)
  • Wolfgang Schuster, damaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart (CDU, 2011)
  • Harald Christ, schwuler Unternehmer aus Berlin (2012)
  • Nils Schmid, damaliger Minister für Wirtschaft und Finanzen in Baden-Württemberg (SPD, 2014)
  • Fritz Kuhn, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart (Bündnis 90/Die Grünen, 2015)
  • Gregor Gysi, Mitglied des Deutschen Bundestages (DIE LINKE, 2016)

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