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Patrick Angus. Private Show

Nur noch bis 08. April: Das Kunstmuseum Stuttgart widmet dem schwulen Maler Patrick Angus eine sehenswerte Sonderschau. Er gilt als Chronist der New Yorker Gay-Szene der 80er-Jahre.

Patrick Angus war der malende Chronist des schwulen Nachtlebens im New York der 1980er-Jahre. Der 1953 in Nord-Hollywood, Kalifornien, geborene Künstler dokumentiert in seinem Werk die Bars, Clubs, Kinos und Vergnügungsstätten der New Yorker Gay-Szene. Dabei ging es ihm jedoch weniger um ein politisches Statement, als vielmehr um die Darstellung menschlicher Grundbedürfnisse, Sehnsüchte und Ängste. Seine Bilder sind Metaphern für die Suche nach der eigenen Identität und damit auch der geschlechtlichen Selbstfindung. Darin begründet sich die Aktualität seiner Bilder, denn sexuelle Diversität ist nach wie vor ein konfliktgeladenes Thema.

Das Kunstmuseum Stuttgart widmet dem Künstler vom 02. Dezember 2017 bis 08. April 2018 die Sonderausstellung "Patrick Angus. Private Show". In ihrem großen Überblick ist die Stuttgarter Ausstellung eine Premiere. Denn das Werk von Patrick Angus, der im Alter von 38 Jahren an einer HIV-Infektion starb, war bislang ein Geheimtipp und blieb in der Kunstlandschaft weitgehend unentdeckt. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigte mit über 160 Gemälden und Zeichnungen einen Querschnitt durch das gesamte Schaffen von Angus.

In ihren kraftvollen Farben und ihrem rauen Realismus greifen seine figurativen Gemälde sowie Bunt- und Bleistiftzeichnungen die in den 1980er-Jahren virulente neo-expressive Malerei auf. Schon früh legte sich Angus auf traditionelle Sujets der Malerei fest. Landschafts-, Genre-, Porträt- und Interieurmalerei bestimmen sein Œuvre. Das Porträt nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Auch hierin kommt er seinem großen Vorbild, dem britischen Künstler David Hockney nahe. Dieser wurde 1992 auf Patrick Angus aufmerksam und erwarb noch zu Lebzeiten des Künstlers sechs Werke, die auch in Stuttgart zu sehen sind.

Patrick Angus. Private Show: Kunstmuseum Stuttgart

Relevanz für die Regenbogen-Community

Der CSD Stuttgart begleitet die Ausstellung bereits seit der Planungsphase sehr intensiv. So stand der Verein vor der Eröffnung mit Rat und Tat zur Seite und ergänzte in den vergangenen Monaten diverse Führungen durch die Werke mit eigener Expertise.

Christoph Michl, Geschäftsführer der IG CSD Stuttgart e.V., hebt die große Bedeutung der aktuellen Schau für die Regenbogen-Community hervor: "Die Ausstellung schafft einen ganz eignen Zugang zu Fragen der gesellschaftlichen Vielfalt, besser als rein politische Debatten das können. Von unschätzbarem Wert sind die unzähligen Gespräche und Diskurse, die Patrick Angus mit seinen Bildern so viele Jahre nach seinem Tod nun anregt; sei es zu Rollenbildern, Lebensräumen, sozialen Konflikten oder zur Identität sowie zum Selbstverständnis schwuler Männer, aber auch der LSBTTIQ-Community insgesamt."

Der CSD-Chef ergänzt: "All dies schafft Resonanzräume und zeigt die hohe Relevanz für das heutige queere Leben in Stuttgart und darüber hinaus." Michl macht zudem deutlich: „Für die Entscheidung, Patrick Angus mit seinen Werken eine so umfangreiche und mit ganz viel Liebe zum Detail komponierte Ausstellung zu widmen, die Raum für gesellschaftliche Debatten bietet und aktiv fördert, gilt dem Kunstmuseum Stuttgart sowie der beteiligten Galerie Fuchs großer Dank."

Queeres Leben in Stuttgart

Am 14. März 2018 nahm das Kunstmuseum Stuttgart die Sonderausstellung zum Anlass, sich der queeren Geschichte Stuttgarts zu widmen. Patrick Angus nahm die schwule Szene im New York der später 1970er- und 1980er-Jahre in den Fokus. Wie sah schwules Leben zu dieser Zeit in deutschen Großstädten aus? Mit ihrer Dokumentation "Queer Life in the City" (2017) geben Claudius Gädeke und Sven Tomschin einen persönlichen Einblick in die Schwulenszene Stuttgarts von ihren Anfängen bis heute. Anhand von Interviews werden die Entwicklungen nachgezeichnet, die die Bewegung für sexuelle und geschlechtliche Diversität in der Schwabenmetropole genommen hat.

Die Eindrücke des Films greift im Anschluss eine Podiumsdiskussion auf. An dem Gespräch nehmen neben Kunstmuseumsdirektorin Dr. Ulrike Groos die Filmemacher, Laura Halding-Hoppenheit (LSBTTIQ-Aktivistin und Kommunalpolitikerin), Dr. Torben Giese (Direktor Museum für Stuttgart) und Christoph Michl (Geschäftsführer des IG CSD Stuttgart e.V.) teil.

Fotos: Frank Kleinbach

www.kunstmuseum-stuttgart.de

Patrick Angus. Private Show: Kunstmuseum Stuttgart


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