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  • Christopher Street Day (CSD) Stuttgart

Evangelischer Formelkompromiss

Kirchliches Gesetz zu Segnungsgottesdiensten anlässlich der Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren tritt zum 1.1.2020 in Kraft. Die Diskussionen in der württembergischen Landeskirche werden weitergehen.

Nach jahrelangen Debatten, offenem Streit und vielerlei Verletzungen auf nahezu allen Ebenen hat die Landessynode der Evangelischen Kirche in Württemberg am Samstag, 23.3.2019 in Stuttgart ein Gesetz zu öffentlichen Segnungsgottesdiensten für lesbische und schwule Eheleute verabschiedet (→ PDF • Bericht der Stuttgarter Zeitung). Das Ergebnis kann bei Weitem nicht vollständig überzeugen, denn die Ausgrenzung bleibt.

Diskussionen werden weitergehen

Etwas wirklich anderes war tatsächlich auch gar nicht zu erwarten. Schließlich zeichnete sich seit längerem ein bloßer Formelkompromiss ab, der ganz im Zeichen der innerkirchlichen Befriedung statt im Geiste einer vollständigen Beseitigung von Diskriminierungen entstanden ist. Da hilft auch die zaghafte Aufnahme von ersten Formulierungen zur geschlechtlichen Thematik bei intersexuellen, transsexuellen und trangender Eheleuten bzw. Ehepartner*innen nur bedingt. Dazu sind die Passagen eindeutig zu uneindeutig und ziehen sich zudem leider nicht konsequent durch den Gesetzestext.

"Daher ist schon heute klar, dass das Kirchengesetz, welches zum 1.1.2020 in Kraft treten wird, auch in Zukunft weiter für Wirbel und Diskussion sorgen wird – jetzt eben vor allem in den Kirchengemeinden vor Ort", folgert Christoph Michl, Geschäftsführer der IG CSD Stuttgart e.V. Das kommt einem – gerade in Baden-Württemberg – durchaus bekannt vor, war doch das Bundesgesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft ab dem Jahr 2001 in der Ausgestaltung vor Ort auch ein wilder Flickenteppich im Land. "Das hat sich erst 2012 dank der damals grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg und später mit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im Jahr 2017 endlich vollends geändert", so Michl.

Und jetzt auf in die Pfarrämter

Dass es im württembergischen Kirchenrecht bis zur vollständigen Öffnung für Vielfalt ohne umständliche Kompromisse nicht auch Ewigkeiten dauert, bleibt zu wünschen. Regenbogen-Paare, die die öffentliche Segnung ihrer ehelichen Gemeinschaft in Württemberg ab Anfang kommenden Jahres anstreben, gilt es nun in höchstem Maße zum Gang auf die Pfarrämter zu ermutigen. Denn nach dem neuen Gesetz kann maximal ein Viertel der Kirchengemeinden die örtliche Gottesdienstordnung ändern. Sollten sich mehr Gemeinden dafür aussprechen, wäre eine landeskirchenweite Regelung nötig. Eine erneute Beratung und Abstimmung der Synode wäre die Folge. CSD-Geschäftsführer Christoph Michl baut genau darauf: "Im Sinne des Weiteren, noch immer nötigen Diskurses sollte diese Hürde möglichst bald gerissen werden."

Nur gut, dass die Zustimmung in der Landessynode zum neuen Kirchengesetz – anders als beim ersten Vorschlag 2017 – diesmal recht deutlich ausgefallen ist: 65 Ja- und 23-Nein-Stimmen, bei zwei Enthaltungen. Für diesen Mut zur Freiheit (CSD-Motto 2019) gilt vor allem den knapp 90 Regenbogengemeinden (Initiative Regenbogen) und den Mitgliedern der Offenen Kirche Dank, die sich seit Jahren für einen diskriminierungsfreien Umgang mit Vielfalt und für gegenseitige Akzeptanz sowie Respekt einsetzen. Auch das Wirken der Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold um Vermittlung und Ausgleich, insbesondere anlässlich ihrer aufsehenerregenden Schirmherrschaft zum Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart 2017, sei an dieser Stelle besonders hervorgehoben.

Kirchenwahl 2019 in WürttembergSo bleibt die Hoffnung auf möglichst viele Segnungsgottesdienste im kommenden Jahr und auf die am 1. Dezember 2019 anstehende Kirchenwahl. Am ersten Advent wählen rund zwei Millionen wahlberechtigte Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg neue Kirchengemeinderät*innen sowie eine neue Landessynode. Das Motto: Meine Kirche. Eine gute Wahl. "Um diesen Anspruch für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, trangender, intersexuelle und queere Gläubige einzulösen braucht es wohl andere Mehrheitsverhältnisse", glaubt CSD-Chef Christoph Michl.

www.elk-wue.dewww.bkh-wue.de/initiative-regenbogen • www.kirchenwahl.de

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